Wie die Angst die E-Mobilität bremst

Viele Menschen denken umweltbewusst und würden sich ein Elektroauto anschaffen. Sogar Sportwagenenthusiasten und Schaltknüppelfetischisten sind nach Testfahrten von den Elektroautos begeistert. Die Reichweiten sind für über 80% aller Fahrten bereits jetzt ausreichend, so dass von der Notwendigkeit her eigentlich mehr als die Hälfte aller Neuzulassungen Elektroautos sein könnten. Warum ist das nicht so?

Die Elektroautos werden in der Zukunft die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auf jeden Fall ablösen. Antriebstechnisch, wirtschaftlich und aus Umweltgründen gesehen, könnten bereits viel mehr Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein. Laut Prognosen der Autohersteller werden in den nächsten 10 Jahren 15 bis 20% aller neu zugelassenen Fahrzeuge Elektroautos sein. Die potentiellen Käufer und Nutzer befürchten jedoch, mit leerem Akku stehenzubleiben oder keine erreichbare, bzw. freie Ladestation zu finden. Es ist nicht mehr das Reichweitenproblem, bedingt durch die Kapazität der Akkus, sondern die fehlende Planbarkeit und Sicherheit, sein Elektroauto zum nötigen Zeitpunkt auch wirklich dort aufladen zu können.

Die Möglichkeiten sind derzeit sehr gering, bzw. nicht vorhanden. Im Großraum Frankfurt gibt es zum Beispiel nu 56 Ladeplätze, in Frankfurt selbst nur 20. Im Gegensatz zu Deutschland hat Norwegen bereits einen Anteil E-Autos von 32% und bietet eine umfangreiche Ladeinfrastruktur, z.B. an Straßenlaternen in den Innenstädten an. Dort ist geplant, bis zum Jahr 2030 komplett auf Elektroautos umzusteigen.

Als Ersatz muss es Ladestationen zu Hause und auf Parkplätzen in ausreichender Anzahl geben. Zurzeit gibt es sie nicht. Die EU hat ein Förderprogramm mit einem Volumen über 300 Millionen Euro für die Einrichtung von E-Ladesäulen aufgelegt hat und übernimmt bis zu 40% der Kosten, max. 10.000,- € pro Ladesäule. Aber auch diese E-Ladesäulen sind nicht reservierbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle Lademöglichkeiten am Zielort belegt sind, ist sehr immer noch sehr hoch. Man kann nicht einfach zum Aufladen fahren, so wie man heute zum Tanken fährt.

Eine sehr gute Möglichkeit wären zum Beispiel reservierbare Parkplätze mit E-Ladesäulen in Business-Hotels. Für Geschäftsreisende mit Elektroautos wäre es sehr hilfreich, wenn am Zielhotel eine Lademöglichkeit zur Verfügung stehen würden, die vorab reserviert werden kann. Natürlich online oder per App. Man könnte dann ohne Bedenken zu seinem Hotel fahren und sicher sein, dass man einen Platz findet, an dem man sein Elektroauto aufladen kann. Es gibt neben den Hotels viele weitere Möglichkeiten für die Einrichtung von reservierbaren E-Ladeplätzen. Es gibt viele Ideen und technische Möglichkeiten dazu. Warum werden diese bisher nicht umgesetzt?

Bis heute gibt es weltweit keine einzige reservierbare Ladestation.

Günter Dull
Website: www.dull-entertainment.de

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