Trump in der Löwengrube

Der Frankfurter Unternehmer und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Iran im Wirtschaftsrat Deutschland, Alexander A. Gorjinia, hat uns nach der Trump-Rede zum Iran eine bemerkenswerte Einschätzung der Lage mit neuen und interessanten Ansätzen gegeben.

Trump in der Löwengrube

Alexander A. Gorjinia, Iranexperte und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Iran im Wirtschaftsrat

Frankfurt.14.10.17 Wir trafen Gorjinia am Rande einer Veranstaltung der Frankfurter Buchmesse und baten um ein Statement zu den Äußerungen von Präsident Trump.
„Wenn ein Mensch erkennt, dass er alle seine gesetzten Ziele nicht erreichen kann, wird er immer frustrierter.“, so Gorjinias überraschender Einstieg in das Thema. Er fährt fort: „Psychologen warnen in diesem Zustand davor, Entscheidungen zu treffen. Und genau in diesem Zustand hat Donald Trump gestern eine der folgenreichsten Entscheidungen getroffen. Er stieg in die Löwengrube ohne wirklichen Schutz, nur mit einer Brechstange in der Hand.“
Gorjinia, der als einer der besten Iran-Kenner in Deutschland gilt und als Deutsch-Iraner in beiden Ländern aber auch in den USA bestens vernetzt ist, bewertet die Trump-Rede detailliert: „Trump hat alte Geschichten einseitig aufgewärmt und einfach nur vorgelesen. Für die Gegenwart jedoch konnte selbst er nur der Welt attestieren, dass die Iraner ihr Wort halten und die Vereinbarung einhalten.“ Amerika sei trotz allem unser Verbündeter, aber es habe gestern erheblich an Glaubwürdigkeit eingebüßt. „Europa muss es nun richten“, führt Gorjinia weiter aus und stellt die Frage nach der Höhe des Preises. „Geld oder Macht oder Menschenleben? Höchstwahrscheinlich alle drei. Das kann, muss aber nicht sein.“
Wir fragen Gorjinia, wie er die deutsche Rolle in dieser Gemengelage sieht. „Die Rede war Fluch und Segen zugleich für uns Deutsche“, so Gorjinias Antwort. „Fluch, weil er damit nicht nur eine Region sondern die Welt destabilisiert und er es allein niemals wieder richten können wird. Segen, weil er der deutschen Wirtschaft damit einen goldenen Schlüssel in die Hand gab. Seit der Unterzeichnung des JCPoA versuchen deutsche Firmen im Iran Geschäfte zu machen. Aber sie scheitern, weil ihnen suggeriert wird, jederzeit durch die Willkür der Amerikaner wirtschaftlich bedroht zu sein.“ Es sei nun Sache des US-Kongresses endgültig zu entscheiden und klarzustellen, diesem einmaligen Vertrag Bestand zu geben, ohne ihn der Launenhaftigkeit eines Einzelnen auszusetzen.
Gorjinia begrüßt aber auch Trumps Ankündigung gemeinsam mit den Verbündeten eine neue Iranpolitik zu entwickeln, „dies gibt den Europäern – und besonders uns Deutschen – die Möglichkeit, Klarheit zu schaffen, ob und wann unsere Wirtschaft – vor allem die Finanzwirtschaft – wirklich bestraft werden können, wenn es zu einer neue Sanktionierung Irans kommen sollte. Unsere Wirtschaft braucht endlich Sicherheit und Klarheit, um mit dem Iran produktiv arbeiten zu können. Meine Arbeit dient der Unterstützung und Beratung von Wirtschaft und Politik in diesem komplizierten Prozess“, führt Gorjinia weiter aus und schließt mit einem Apell an die Vernunft aller Beteiligten: „Der Deal mit dem Iran ist ein beispielloser Meilenstein für einen Friedensprozess, den Deutschland, Europa und die Welt niemals aufgeben dürfen.“

Presse-Agentur

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