Scheinbare „Problemfälle“ haben bei der Online-Partnersuche bessere Chanchen

Gleichklang untersuchte die Erfolgsraten von Singles im Rollstuhl, Intersexuellen, Asexuellen, Absolute Beginnern und polyamorös suchenden Singles.

Scheinbare "Problemfälle" haben bei der Online-Partnersuche bessere Chanchen

Ein Rollstuhl steht dem Erfolg bei der Online-Partnersuche nicht entgegen (Bildquelle: in public domain)

Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, Intersexuelle mit nicht-binärem Geschlecht, Asexuelle mit dem Wunsch nach einer nicht-sexuellen Beziehung, Absolute Beginners, die noch nie eine partnerschaftliche Beziehung hatten, Singles, die sich eine polyamoröse Beziehung zu Dritt oder mehr wünschen:

Es gibt viele Menschen auf Partnersuche, die sich vom Durchschnitts-Partnersuchenden unterscheiden.

Oft werden sie als Problemfälle wahrgenommen. Aber wie hoch sind ihre Aussichten im Vergleich zu dem Durchschnitts-Partnersuchenden beim Online-Dating tatsächlich?

Diese Frage hat die psychologische Partnervermittlung Gleichklang.de kürzlich umfassend untersucht.

Das Ergebnis ist erstaunlich:

Offenbar wirken sich solche besonderen Merkmale gar nicht als Problemfälle aus, sondern gehen mit guten Vermittlungschancen bei der Online-Partnersuche einher.

Die Untersuchung wurde für Gleichklang von dem Diplom-Psychologen Dr. Guido F. Gebauer durchgeführt. Ausgewertet wurden die Angaben zum Erfolg oder Misserfolg der Partnersuche von 18853 Mitgliedern und Ex-Mitgliedern von Gleichklang. In die Auswertung wurden alle Mitglieder und Ex-Mitglieder von Gleichklang eingeschlossen, die eine Rückmeldung zu dem Erfolg ihrer Partnersuche gegeben hatten und die ihre Suche mindestens ein Jahr (auch bei Erfolglosigkeit) nicht aufgegeben hatten.

Auswertungen für weitere besondere oder seltene Personen- und Suchmerkmale werden in diesem Artikel im Detail dargestellt.
Ergebnisse im Einzelnen

Alle Teilnehmenden

Bei der großen Mehrheit der Befragten handelte es sich um Männer und Frauen ohne Behinderung oder Handicap, die bereits über Beziehungserfahrungen verfügten und nunmehr eine feste, sexuell monogame Beziehung suchten.

über alle Teilnehmer betrachtet gaben 6213 der 18853 Befragten (34 %) an, über das Online-Dating bei Gleichklang eine Beziehung gefunden zu haben.

Menschen mit Besonderheiten

Wie hoch aber waren die Erfolgsraten derjenigen Mitglieder, die sich von dieser Mehrheit unterschieden?

Um diese Frage beantworten zu können, untersuchte Gebauer die Erfolgsaussichten von intersexuellen Mitgliedern (nicht-binäres Geschlecht), Mitgliedern, die auf den Rollstuhl angewiesen waren, asexuellen Mitgliedern (platonische Beziehungssuche), Mitgliedern ohne vorherige Beziehungserfahrungen (Absolute Beginner) und von Mitgliedern, die nach einer polyamorösen Beziehung suchten.

Erfolgreich waren:

30 von 46 intersexuellen Mitgliedern (65 %)

28 von 45 Mitgliedern, die auf den Rollstuhl angewiesen waren (62 %)

107 von 206 Mitgliedern ohne vorherige Beziehungserfahrungen (52 %)

102 von 232 asexuellen Mitgliedern (44 %)

205 von 464 Mitgliedern, die nach einer polyamorösen Beziehung suchten (44 %)

Die geringe Anzahl der Fälle erklärt sich mit der Seltenheit der untersuchten Merkmale und damit, dass beispielsweise die Situation Rollstuhl erst vor knapp zwei Jahren begonnen wurde zu erfragen.

Trotz der geringen Fallanzahl waren aber alle diese Vermittlungsraten statistisch signifikant höher als die durchschnittliche Vermittlungsrate von 34 % über die Gesamtstichprobe (Signifikanzniveau 95 %).

Bedeutung und Ausblick

Für Diplom-Psychologen Gebauer ist dies ein bemerkenswertes Ergebnis:

Oft entstehe in der öffentlichen und privaten Diskussion der Eindruck, dass Singles mit seltenen Merkmalen eher zu den Problemfällen zählen würden. Dies entspreche auch teilweise der Selbsteinschätzung der Betroffenden. So erhalte Gleichklang oft Vorab-Anfragen, ob jemand mit diesem oder jenem Merkmal überhaupt eine Chance habe.

Die aktuelle Auswertung der Vermittlungsraten bei Gleichklang zeige aber, dass tatsächlich das Gegenteil zutreffe:

die scheinbaren Problemfälle seien beim Online-Dating in Wirklichkeit keine Problemfälle, sondern hätten im Gegenteil besonders hohe Erfolgsaussichten.

Wie erklärt sich dies?

Gebauer erläutert zunächst, dass Menschen mit seltenen Merkmalen bei Gleichklang weitaus weniger Vorschläge erhielten als Menschen mit durchschnittlichen Merkmalen:

Menschen, die beispielsweise eine Behinderung haben und auf den Rollstuhl angewiesen seien, erhielten ausschließlich Vorschläge von Menschen, bei denen die Akzeptanz hierfür bereits vorhanden sei.

Intersexuelle Partnersuchenden bekämen Kandidaten vorgeschlagen, die auch gerne eine Beziehung mit einem intersexuellen Menschen eingehen möchten.

Singles ohne Beziehungserfahrungen erhielten Personen vorgeschlagen, die hierfür Verständnis hätten.
Asexuelle Singles erhielten Partnersuchende vorgeschlagen, die für eine platonische Beziehung mindestens aufgeschlossen seien.
Singles, die nach einer polyamorösen Beziehung suchten, würden Mitgliedern vorgestellt, die dies ähnlich sähen oder wenigstens für eine polyamoröse Beziehung offen seien.

Da die entsprechenden Bereitschaften nur bei einer Minderheit vorhanden seien, reduziere sich die Vorschlagsanzahl.

Wieso aber nimmt die Erfolgswahrscheinlichkeit zu?

Psychologe Gebauer nimmt an, dass Menschen mit seltenen Merkmalen eine vorliegende Passung in einem Vorschlag besonders positiv bewerteten. So zeigten psychologische Untersuchungen, dass bei Partnersuchenden eine umso stärkere Anziehung entstehe, desto passender sie in seltenen Einstellungen oder Präferenzen seien.

Es sei auch eine Frage der Motivation:

Menschen mit seltenen Merkmalen richten nach Gebauer ihren Fokus weniger auf die Anzahl der Vorschläge aus, als auf das tatsächliche Ausloten von Beziehungsmöglichkeiten. Sie wüssten passende Vorschläge in besonders hohem Ausmaß zu schätzen und könnten daher aus weniger Vorschlägen mehr machen.

Durchschnitts-Partnersuchende neigten demgegenüber eher dazu, Vorschläge vorschnell zurückweisen, zu ignorieren oder Kommunikationsprozesse abbrechen, auch weil rasch wieder auf weitere und womöglich bessere Vorschläge gehofft werde. Die Kommunikation sei dadurch oft oberflächlicherer.

Gebauer hält diesen Prozess auch für die wahrscheinlichste Erklärung für das Paradox, dass es in der heutigen Gesellschaft durch die großen Dating-Apps und sozialen Netzwerke so viele Kennenlernmöglichkeiten gebe wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte, gleichzeitig aber die Anzahl der Singles zunehme, obwohl die meisten Singles sich weiterhin eine Partnerschaft wünschten.

Die Überflutung mit Kennenlernmöglichkeiten führe zu einem Überangebot, wodurch eine eher oberflächliche Konsumhaltung entstehen könne, die den Erfolg der Partnersuche letztlich beeinträchtige.

Dabei sei es beim Dating so ähnlich wie mit den Fake-News:

das Überangebot an Information verbessere die Wissensbasis nicht, sondern erschwere den Konsumenten den Bewertungsprozess, sodass sich Fake-News leichter ausbreiten könnten.

Gleiches gelte für die Partnersuche:

Ein Überangebot an Möglichkeiten führe zu einem Wechsel zu einer oberflächlichen Informationsverarbeitung, die es Partnersuchenden erschwere, eine bestehende Passung mit einer Person wirklich zu erkennen, wertzuschätzen und aus ihr die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Es werde eine Veränderung des Fokus erzeugt, der nun nicht mehr auf dem vertieften Kennenlernen einer Person, sondern eher auf dem oberflächlichen Chatten mit möglichst vielen Personen und der permanenten Erwartung neuer Möglichkeiten liege. Dies könne das Entstehen von Bindung und Beziehungsaufbau blockieren, wodurch die Aussichten für eine Beziehung sänken.

„Problemfälle“ profitieren

Scheinbare Problemfälle, wie Intersexuelle, Asexuelle, Menschen mit Behinderungen, Absolute Beginners oder polyamorös orientierte Partnersuchende, seien vor Konsumeffekten beim des Online-Dating besser geschützt.

Grund hierfür sei, dass aufgrund der Seltenheit ihrer Merkmale nur wenige passende Vorschläge über die Zeit erfolgen könnten, deren Passung zudem innerpsychisch stärker wahrgenommen werde und dadurch stärker ein Interesse an einem individuellen Kennenlernen erzeuge. Dadurch steige die Aussicht auf eine Beziehungsentstehung.

Voraussetzung solcher hohen Chancen für Menschen mit seltenen Merkmalen beim Online-Dating sei es allerdings, dass eine Dating-Plattform diese Merkmale systematisch erfasse und die Vorschlagerbringung danach ausrichte.

Sei dies nicht der Fall, würden Menschen mit seltenen Merkmalen genau so oft mit Vorschlägen überflutet wie Durchschnitts-Partnersuchende und müssten zusätzlich mit vermehrter Zurückweisung aufgrund ihres Merkmals rechnen.

Gleichklang und Besonderheiten

Gleichklang habe sich seit seiner Gründung 2006 spezialisiert, auch seltene Merkmale für die Partnervermittlung heranzuziehen, wobei zahlreiche weitere Merkmale, wie Vegetarismus, Veganismus, Hochsensibilität, Alleinerziehenden-Rolle, besondere spirituelle Vorstellungen, ökologische Lebensstile, Fern- und Wochenendbeziehungen und mehr in die Vermittlung eingehe.

Menschen mit allen diesen Merkmalen zeigten mindestens durchschnittliche, oft überdurchschnittliche Vermittlungsaussichten.

Gebauer sieht in den Ergebnisse der aktuellen Auswertung der Vermittlungsraten bei Gleichklang eine dezidierte Ermutigung für scheinbare Problemfälle, das Online-Dating aktiv und optimistisch anzugehen:

Für jeden Menschen gebe es andere passende Menschen, mit denen sie in eine partnerschaftliche Beziehung eintreten können. Hoffnungslose Fälle gebe es nicht!

Gleichklang.de ist eine psychologisch ausgerichtete Kennenlernplattform, die seit 2006 im internet ihre Dienste anbietet. Gleichklang wendet sich an Menschen mit sozial-ökologischen Denkweisen. Gleichklang hat sich zusätzlich darauf ausgerichtet, Personen mit besonderen oder seltenen Merkmalen bei ihrer Partnersuche und Freundschaftssuche zu unterstützen. Es gibt nur kostenpflichtige Teilnahmen, um eine hohe Datei-Qualität zu gewährleisten. Die Mitgliederanzahl beträgt etwas über 20000.

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