Meerwasserentsalzung auf der IFAT 2010: Ozeane als Trinkwasserquelle

– Weltweit wachsender Wasserbedarf erhöht die Chancen für Meerwasserentsalzungsanlagen
– Die internationale Umwelttechnikmesse IFAT 2010 in München bietet Überblick über verfügbare Konzepte

Der intensive Nutzung von Trinkwasser und der Klimawandel haben in vielen Regionen der Erde in den letzten Jahren zu einer Verknappung der herkömmlichen, natürlichen Ressourcen geführt. Der steigende Druck durch die wachsende Weltbevölkerung wird die Situation in den kommenden Jahren noch verschärfen. Ein Problem, zu dessen Lösung – besonders in küstennahen Regionen – die Entsalzung von Meerwasser beitragen kann. Nach Schätzungen des Vereins Deutsche Meerwasserentsalzung (DME, Duisburg) sind derzeit etwa 14.500 Entsalzungsanlagen weltweit in Betrieb. Sie produzieren täglich rund 42 Millionen Kubikmeter Trinkwasser und versorgen damit an die 500 Millionen Menschen.

Einen Überblick über die Angebote der Branche wird im kommenden Jahr die Umwelttechnologiemesse IFAT 2010 bieten, die vom 13. bis 17. September in München stattfindet. Neben zahlreichen Anbietern wird der DME als allgemeine Interessenvertretung der Branche mit einem eigenem Stand und einem informativen Rahmenprogramm vertreten sein.

„Bis vor wenigen Jahren waren Meer- und Brackwasserentsalzungsanlagen fast ausschließlich in den Staaten am persischen Golf zu finden. Seither sind sie über Nordafrika nach Europa vorgerückt“, beschreibt DME-Geschäftsführer Claus Mertes die bisherige Ausbreitung der Technologie. So meldete zum Beispiel kürzlich die Außenwirtschaftsgesellschaft Germany Trade & Invest (Berlin), dass die Mittelmeerinsel Zypern plant, ihren gesamten Trinkwasserbedarf in Zukunft aus dem Meer zu decken. Dazu will allein die Republik Zypern in den kommenden 20 Jahren rund 1,4 Milliarden Euro ausgeben. Auch in Ländern wie Spanien und Holland kann die Agrarindustrie nach Beobachtungen des DME nicht mehr ohne „mehr Wasser aus Meerwasser“ auskommen. „Wir rechnen bei exponentiell steigenden Zubauzahlen in den kommenden Jahren weltweit mit jährlich 350 bis 400 neuen Anlagen,“ so Mertes.

Positiv auf die Ausbreitung von Meerwasserentsalzungsanlagen wirken sich ihre sinkenden Produktionskosten aus. „Eine neue Wasserfabrik am Mittelmeer oder am Atlantik kann bei einer Salzkonzentration des Meerwassers von 35.000 ppm, was in etwa 35 g/l entspricht, den Kubikmeter Frischwasser für ungefähr 0,70 EUR herstellen“, rechnet Mertes vor. „Je weniger Salz im Rohwasser enthalten ist, umso günstiger wird der Preis. An der Ostsee, die zum Beispiel am Standort Kiel einem Salzgehalt von nur 7.000 ppm hat, würde der Kubikmeter Trinkwasser nur etwa 0,20 EUR bis 0,30 EUR kosten.“ Die sinkenden Preise bei den Entsalzungstechnologien und die steigenden Kosten der herkömmlichen Wassergewinnung haben die Meerwasserentsalzung schon bei vielen Projekten, zum Beispiel in London, Sydney und Singapur, zur wirtschaftlichsten Lösung gemacht.

Technologisch sind bei der Meerwasserentsalzung zwei Hauptlinien zu unterscheiden: Die thermischen Verfahren, die mit Destillationsprozessen arbeiten, und die Membranverfahren, die im Wesentlichen auf den Prozess der Umkehrosmose setzen. Beide Technologiezweige sind energieintensiv und haben bislang direkt oder indirekt große Mengen an fossilen Energieträgern verbraucht. Deshalb ist neben Wirkungsgradsteigerungen und Abwärmenutzungskonzepten in den letzten Jahren vor allem der Einsatz erneuerbarer Energien in den Fokus der Entwicklung gerückt.

Der DME erwartet, dass in den kommenden 15 Jahren mehr als 130 Milliarden Euro in die weltweite Meerwasserentsalzung investiert werden. Dies umfasst sowohl den Bau neuer, als auch die Sanierungen existierender Anlagen sowie Betriebs-, Instandhaltungs- und Ausbildungskosten. Insgesamt sind international rund 1.000 Unternehmen direkt mit Planung und Bau von Meerwasserentsalzungsanlagen oder der Herstellung wesentlicher Komponenten beschäftigt.

Über die IFAT

Mit 2.605 Ausstellern aus 41 Ländern sowie rund 120.000 Fachbesuchern aus 170 Ländern präsentierte sich die IFAT im Jahr 2008 mit neuen Rekordzahlen. Die 16. Internationale Fachmesse für Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling findet vom 13. bis 17. September 2010 auf dem Gelände der Neuen Messe München statt. Die IFAT ist die weltweit wichtigste Fachmesse für Innovationen und Neuheiten in den Bereichen Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling. Die Veranstaltung bietet ein attraktives Ausstellungsprogramm mit innovativen, technischen Branchenlösungen und ein breites Angebot an qualifizierten Dienstleistungen im Bereich der Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft.

Über die Messe München International (MMI)

Die Messe München International (MMI) ist mit rund 40 Fachmessen für Investitionsgüter, Konsumgüter und Neue Technologien einer der weltweit führenden Messeveranstalter. Über 30.000 Aussteller aus mehr als 100 Ländern und mehr als zwei Millionen Besucher aus über 200 Ländern nehmen jährlich an den Veranstaltungen in München teil. Darüber hinaus veranstaltet die MMI Fachmessen in Asien, in Russland, im Mittleren Osten und in Südamerika. Mit sechs Auslandsbeteiligungsgesellschaften in Europa und Asien sowie 66 Auslandsvertretungen, die 89 Länder betreuen, verfügt die MMI über ein weltweites Netzwerk.

Messe München International
Sabine Wagner
Messegelände
81823
München
sabine.wagner@messe-muenchen.de
(+49 89) 949-20246
http://www.ifat.de

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