Führende Unternehmen der Automobil-, Mineralöl- und Gasindustrie sowie der Energiewirtschaft, darunter Daimler, EnBW, Linde, Shell, Total und Vattenfall, schlossen sich am 10. September in Berlin unter dem Namen “H2-Mobility” zu einer Wasserstoff- Initiative zusammen. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium, den flächendeckenden Aufbau entsprechender Tankstellen voranzutreiben. Medienwirksam ließ sich denn auch Verkehrsminister Tiefensee von Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, in einem wasserstoffgetriebenen Auto des Stuttgarter Konzerns, einer B-Klasse F-Cell, zum Unterzeichnungsort kutschieren. Der Minister sprach euphorisch von einem “historischen Tag, der in die Geschichte eingehen wird”. Die Industrie-Vereinbarung zeige, dass Deutschland beim Thema Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie schon heute internationaler Leitmarkt sei. Mit 15 Millionen Euro will sein Ministerium eine Anschubfinanzierung für die Einrichtung von bis zu 25 Wasserstofftankstellen in Deutschland leisten. Ab dem Jahr 2015 sollen laut Daimler weltweit sogar einige hunderttausend Fahrzeuge mit Brennstoffzellentechnik fahren. Es handelt sich dabei um Elektroautos, die ihre Fahrenergie aus flüssigem Wasserstoff im Tank beziehen. Der zum Antrieb der Elektromotoren benötigte Strom wird aus der Reaktion von Wasserstoff und Luftsauerstoff in der Brennstoffzelle erzeugt. Aus dem Auspuff entweicht dann nur noch heißer Wasserdampf. Eigentlich war diese Art von alternativem Antrieb für Großserienfahrzeuge von vielen Experten schon totgesagt worden, nachdem nach jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit noch immer keine marktfähigen Fahrzeuge und kein Tankstellennetz vorhanden sind. In einem Beitrag zitiert SPIEGEL ONLINE Shai Agassi, Chef des Elektro- Tankstellenprojektes Better Place: Er hält Wasserstofffahrzeuge für unsinnig. “Erst wendet man Energie auf, um aus Wasser Wasserstoff zu erzeugen. Und dann wandelt man den Wasserstoff wieder in Energie um”. Doch wie man an den Prototypen von Honda, BMW und Daimler sieht, leben Totgesagte offenbar bisweilen länger …
Quelle (lifePR)
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