Rund 40 winzige Spinnenkinder sind im Zoo Basel derzeit zu bewundern. Wie bei Schwarzen Witwen üblich, hat die Spinnenmama ihren Partner während der Kopulation getötet. Die jetzt gezeigten Jungen sind am 23. Oktober geschlüpft und stammen aus dem dritten und vierten von sechs Kokons, die das Weibchen nach seinem rabiaten Techtelmechtel mit dem Spinnenvater gebaut hat.
Dank einem neuen Spinnenpaar sind im Haus ‘Australis’ im Zoo Basel in den letzten Wochen erstmals Schwarze Witwen geschlüpft. Die Mutter-Spinne hat in diesen Tagen ihren sechsten Kokon gebaut und im Moment ist in ihrem Nachbar-Terrarium ihre Kinderschar aus Kokon Nummer drei und Nummer vier zu bewundern. Wer die rund vierzig Spinnenkinder beobachten möchte, muss aber genau hinschauen: die nur etwa zwei Millimeter grossen Spinnchen sind von blossem Auge nur knapp zu erkennen.
Das Timing bei der Nachzucht der australischen Spinnenart hat sich in der Vergangenheit als anspruchsvoll erwiesen. Da die Männchen schneller wachsen und früher sterben, erleben sie die Geschlechtsreife der gleichaltrigen Weibchen meist nicht mehr. Deshalb mussten erst verschieden alte Spinnen gefunden und zusammenbracht werden. Kein einfaches Unterfangen, denn Haltungen dieser australischen Spinnen-Art sind äusserst rar. Im Juli dieses Jahres konnte dem Publikum der erste befruchtete Kokon gezeigt werden. Die Spinnenkinder, die jetzt zu sehen sind, sind am 23. Oktober geschlüpft.
Ihren Namen trägt die Schwarze Witwe, weil die Weibchen ihre Partner bei der Kopulation häufig tödlich verletzen oder teilweise auffressen. Die Spinnenmutter im Zoo Basel war also tatsächlich Witwe, als sie ihre sechs Kokons gebaut hat, und die Spinnenbabys sind sozusagen als Halbwaisen geschlüpft.
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