Formel 1-Experte Niki Lauda spricht heute Abend, um 18.45 Uhr, bei „RTL Aktuell“ über den Ferrari-Skandal und warum er grundsätzlich eine Änderung im Formel 1-Reglement zum Thema Stallorder fordert.
Niki Lauda zur Teamorder von Ferrari beim Großen Preis von Deutschland:
Grundsätzlich sind Stallorders oder Teamorders verboten. So dumm wie Ferrari das gemacht hat, uns allen Zuschauern zu zeigen, dass sie eine gemacht haben, war grundsätzlich falsch. Der Schaden für den Sport ist inakzeptabel. Aber jeder, der mit der Formel 1 zu tun hat, weiß, dass es irgendwann einmal Teamorders geben muss, wenn man die WM gegen einen Dritten verteidigen will. Deswegen ist für mich der logische Vorschlag, man muss Teamorders erlauben, zu einem Zeitpunkt, wo es um die WM geht, nämlich das letzte Rennen oder die letzten zwei Rennen. Und das ist der grundsätzliche Fehler, der jetzt begangen wird. Teamorders sind verboten. Natürlich versucht sie jeder zu umgehen und das war der grundsätzliche Wahnsinn von Hockenheim.
Niki Lauda zum Schaden, den die Formel 1 durch das Verhalten von Ferrari davongetragen hat:
Der Schaden für die Formel 1 ist immens, denn man muss sich einmal vorstellen, es gibt Menschen, die auf die Fahrer wetten, die gewinnen. Wenn jemand auf Massa gesetzt hat und dann wird er so um sein Geld betrogen, sind die Menschen nicht zufrieden. Deswegen gehört Transparenz zurück in die Formel 1.
Niki Lauda über die Härte der Strafe für Ferrari:
100 000 Dollar Geldstrafe ist überhaupt nichts, bei den Budgets, die die Formel 1-Teams haben. Wenn man sich jetzt vorstellt, man erkauft sich eine Weltmeisterschaft mit 100 000 Dollar, ist das der größte Witz überhaupt. Aber das Ganze geht eh noch vor das World Council. Da wird vielleicht noch was anderes entschieden. Die Fahrer darf man aber in dem Fall nicht bestrafen.
Niki Lauda über seine Forderung an die Formel 1:
Ich kann nicht vorhersagen, was dem Team für eine Strafe aufgebrummt wird, aber meine Forderung ist eine ganz andere: Man muss das Reglement umschreiben, wann man Teamorders aussprechen darf. Der Paragraf, der jetzt die Teamorders verbietet, ist solange richtig, solange beide Fahrer die Möglichkeit haben um die WM zu fahren. Im jetzigen Fall hatten Massa und Alonso die Möglichkeit. Deswegen war das gegen das Reglement, daher meine Forderung: Ende des Jahres, meistens im letzten Rennen muss man Teamorders erlauben, damit eben nicht ein Dritter gewinnt. Das ist vollkommen verständlich. Aber vorher muss man beide Fahrer frei fahren lassen.
Niki Lauda über das nächste Formel 1-Rennen in Budapest:
Budapest kann ich jetzt noch nicht vorhersehen. Natürlich haben Sebastian Vettel im Red Bull und Mark Webber gute Karten. Sie waren auch am Hockenheimring auf Pole Position. Aber wie das Rennen und das Training ausgehen werden, kann man jetzt noch nicht sagen.
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