Nacktschnecken haben sich vielerorts wieder zur großen Plage entwickelt
Wie viele an die hiesigen klimatischen Bedingungen angepassten Schädlinge haben auch Nacktschnecken den langen und strengen Winter gut überlebt. Jungschnecken traten zwar um einige Wochen später auf wie in den Vorjahren, nach den ersten Niederschlägen im Mai dann aber umso geballter. Warmer Sommerregen schafft ihnen jetzt geradezu paradiesische Zustände, weshalb Hobbygärtner in vielen Regionen wiederum von einer Schneckenplage sprechen und der Rat von Experten gefragt ist.
Auch wenn Nacktschnecken im Schneckentempo ankommen, Salate und Gemüse können sie in kürzester Zeit ebenso ruinieren wie Zierpflanzen. Um die Plage in den Griff zu bekommen, rät Sven Görlitz, Gartenfachberater bei der Gartenakademie Baden-Württemberg und beim Verband Wohneigentum Baden-Württemberg e. V., Karlsruhe, mehrere Maßnahmen gleichzeitig anzuwenden. So ist das regelmäßige Absammeln nach wie vor eine gute Möglichkeit, die Plage einzuschränken. Ausgelegte Bretter, Dachziegel oder große Pflanzenblätter können dabei gute Dienste leisten, weil die auf Feuchtigkeit angewiesenen Nacktschnecken am Tag oder bei Trockenheit darunter Schutz suchen und dann leicht abzusammeln sind.
Görlitz rät schneckengeplagten Hobbygärtner ferner, auf das abendliche Gießen bzw. Bewässern der Beete zu verzichten, weil dies für Feuchtigkeit sorgt und Schnecken regelrecht anlockt. Wird stattdessen morgens gegossen, sind Boden und Pflanzen bis zum Abend wieder trocken und laden Schnecken weniger zur Mahlzeit ein. Auch mit regelmäßigem Lockern des Bodens kann man Nacktschnecken das Vorwärtskommen erschweren, wie der Experte aus eigener Erfahrung weiß. Gleichzeitig beseitigt man damit Hohlräume im Boden, in denen sich Schnecken tagsüber verstecken oder ihre Eier ablegen können.
Wenn Gärten an Wiesen oder brach liegende Grundstücke angrenzen, empfiehlt der Bodenzoologe Dr. Markus Bieri von Lonza, Basel, das Anbringen eines Schneckenzaunes, um die Zuwanderung aus diesen Grundstücken zu verhindern. Dies gilt vor allem für die in Gärten am häufigsten auftretende Spanische Wegschnecke. Innerhalb des Zaunes sollten die noch vorhandenen bzw. im Boden lebenden Schnecken dann entweder abgesammelt oder mit Schneckenkorn bekämpft werden. Gut bewährt haben sich Schneckenkörner und Schneckenlinsen mit dem Wirkstoff Metaldehyd. Er wirkt schnell und sicher ausschließlich gegen Schnecken, schont die Nützlinge des Gartens und belastet den Boden nicht. Schneckenkorn sollte aber stets nach Gebrauchsanleitung ausgebracht und vor Kindern und Haustieren sicher aufbewahrt werden.
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