Der 19,3 prozentige Rückgang der Neuzulassungen im letzten Jahresviertel bescherte der Automobilindustrie für 2008 ein europäisches Jahresergebnis, das um 7,8 % unter den Zahlen des Vorjahres liegt. Einen derartigen Einbruch hat es laut Mitteilung des europäischen Automobilherstellerverbandes ACEA seit 1993 nicht mehr gegeben. Damit wurden in Europa (EU und EFTA-Länder) 1,24 Mio. weniger Neufahrzeuge zugelassen als 2007. Mehr Neuzulassungen gab es in Finnland (+ 11,2 %), Portugal (+ 5,7%), Belgien (+ 2,1 %), Luxemburg (+ 2 %) und vor allem in Ländern Osteuropas: Slowakei (+ 17,3 %), Polen (+ 9,4 %) und Tschechien (+ 8,4 %) führen den Reigen vor Slowenien, Bulgarien und Litauen. Diese relativ kleinen Märkte können aber den Einbruch auf den großen Automärkten aber nicht wettmachen. Vor allem Spanien drückte mit einem Minus von 28,1 % bei den Pkw-Neuzulassungen das Gesamtergebnis, gefolgt von Italien (- 13,4 %) und Großbritannien (- 11,3 %). In Frankreich sorgten Ökö-Bonus und Verschrottungsprämie für ein ausgeglichenes Jahr (- 0,7 %). Wenig beeindruckt von der Krise zeigten sich bislang auch deutsche Autokäufer (- 1,8 % gegenüber 2007). Im Wettlauf um die Käufergunst konnten sich 2008 die Marken VW (+ 2,1 % Marktanteile), Audi (+ 0,9 %) Skoda (+ 0,1 %), Citroën (0,6 %), Peugeot (+ 0,5 %), Opel (+ 0,4 %), Fiat (+ 0,3 %), Lancia, Nissan und Smart (je + 0,2 %) besser durchsetzen als im Vorjahr - ein geringer Trost angesichts rückläufiger Stückzahlen. Einzig Dacia (+ 6,2 %), Smart (+ 7 %), Audi (+ 0,2%), Nissan (+ 8,8 %), Mazda (+ 2,1 %) und Jaguar (+ 12,6 %) konnten 2008 mehr Autos verkaufen als 2007. Beim “Autogipfel” auf Ministerebene mit EU-Kommissar Günter Verheugen wurde Ende vergangener Woche erneut in Brüssel über koordinierte Unterstützungsmaßnahmen für die europäische Automobilindustrie diskutiert. Die Europäische Kommission will zwölf Millionen Arbeitsplätze schützen, staatliche Subventionen und Kreditvergaben der Europäischen Investitionsbank für Forschungsinvestitionen jedoch an eine “Ökologisierung” der Flotte binden. Verschrottungsprämien könnten demnach bald in ganz Europa Schule machen, wenn sich auch kleinere Länder ohne eigene Automobilindustrie 2009 zu diesem umweltfreundlichen Schritt entschließen.
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Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
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