Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) und die IG Metall warnen in einer gemeinsamen Erklärung vor einer dramatischen Zunahme psychischer Erkrankungen der Beschäftigten. „Schon in den letzten Jahren haben Erkrankungen wie Depressionen und Burnout erheblich zugenommen und die Ausmaße einer neuen „Volkskrankheit“ angenommen“, heißt es in dem vorgelegten Positionspapier.
Die Wirtschaftskrise verschärft nach Auffassung der beiden Organisationen die bereits bestehenden Belastungen in der Arbeit dramatisch. Sie fordern von den Betrieben umfangreiche Maßnahmen zur Verhütung psychischer Erkrankungen und zum Abbau von Stress. Insbesondere betriebliche Frühwarnsysteme sollen zur Förderung psychischer Gesundheit der Beschäftigten beitragen. Betriebs- und Werksärzte könnten hier einen wichtigen Beitrag leisten. Die Zusammenarbeit mit den Betriebsräten wird als unerlässlich bezeichnet. In der gemeinsamen Erklärung steht: „Gerade in der aktuellen Situation muss an die Betriebe das Signal gehen, dass auch in Krisenzeiten die Gestaltung der Arbeitsbedingungen und die Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen weiterhin eine hohe Priorität erfordern.“
Dr. Wolfgang Panter, Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) sagt: „Sieht man sich die Arbeitsunfähigkeitsstatistiken an, so ist eine deutliche Zunahme der Erkrankungen aus dem psychischen Bereich zu erkennen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass bei vielen somatischen Erkrankungen wesentliche Mitursache in der Psyche liegt. Wir stellen fest, dass die arbeitsmedizinische Betreuung der Bevölkerung an vielen Stellen derzeit nicht ausreichend ist und die ernste Gefahr besteht, dass das Niveau des Gesundheitsschutzes vor allem in kleinen und mittleren Betrieben weiter sinkt.“ Hans-Jürgen Urban, zuständiges Vorstandsmitglied der IG Metall betont: „Die Krise darf nicht dazu missbraucht werden, die Gesundheit der Beschäftigten aufs Spiel zu setzen. ‚Arbeiten bis zum Umfallen’ muss als Motto der Krisenbewältigung geächtet werden.“
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