Wenn sich das Feriendomizil als Luftschloss entpuppt

Wer sich auf eigene Faust eine Ferienunterkunft per Internet bucht, sollte den Anbieter genau überprüfen. Denn immer mehr schwarze Schafe in der Branche sorgen für gehörigen Urlaubsfrust, indem sie online Objekte vermieten, die es gar nicht gibt. ARAG Experten verraten, wie man sich vor solch einem Reinfall schützen und unseriöse Ferienhausvermieter erkennen kann.

Besser, größer, billiger
Vor allzu vollmundigen Versprechen warnen die ARAG Experten. Insbesondere, wenn sie mit hohen Preisnachlässen locken. Ferienunterkünfte gerade in der Urlaubszeit haben einfach ihren Preis. Und sticht ein Anbieter seine Mitbeweber durch enorm niedrige Preise aus, gibt es meist einen Haken und es ist Vorsicht angebracht.

Internetpräsenz des Anbieters 
Die Webseite von Ferienhausvermietern kann bereits einigen Aufschluss über dessen Seriosität geben. Zu einer glaubwürdigen Seite gehört beispielsweise ein Buchungskalender, in dem man die Verfügbarkeit des Feriendomizils prüfen kann. Eine Preisliste sollte ebenso zu finden sein wie ein Kontaktformular. Die ARAG Experten raten zu einem prüfenden Blick auf die Kontaktseite und ins Impressum, wo der Anbieter mit kompletter Adresse und Telefonnummer stehen sollte. Gibt es die angegebene Adresse überhaupt? In einem Telefonat kann man z.B. detaillierte Fragen zur gewünschten Unterkunft stellen, die nicht auf der Homepage geklärt werden. Auf diesem Weg findet man meist sehr schnell heraus, ob es das Objekt überhaupt gibt und was es damit auf sich hat.

Bilder und Adresssuche im Internet 
Neben dem Preis sind es in der Regel die Kriterien Ausstattung und Optik, nach denen sich Urlauber für ein Feriendomizil entscheiden. Hier gibt es eine sehr einfache und verlässliche Möglichkeit, zu prüfen, ob es das Wunschobjekt überhaupt gibt: Je mehr unterschiedliche Fotos über eine Bildersuche im Internet auftauchen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es die Unterkunft tatsächlich gibt. Taucht in verschiedenen Suchmaschinen jedoch immer wieder das gleiche Bild auf, womöglich noch mit unterschiedlichen Kontaktpersonen, liegt vermutlich ein Betrug vor. 

Verlässliche Bewertungen 
Bewertungen gibt es im Netz wie Sand am Meer. Und dass nicht alle verlässlich sind, ist auch kein Geheimnis. Doch die Meinungen anderer Nutzer sind wichtig, denn sie haben die Erfahrung, die einem selbst fehlt. Wenn es jedoch gar keine Bewertungen gibt oder ausschließlich übertrieben positive, dann könnte es sich um gefakte Meinungen oder gar ein Fake-Domizil handeln. 

Buchung und Bezahlung 
Wer online bucht, darf innerhalb von wenigen Stunden mit einer kurzen Buchungsbestätigung rechnen. Diese ist nämlich obligatorisch. Meist folgt eine ausführliche Bestätigung etwas später. Ob diese auch per Mail, Post oder Fax kommt ist unerheblich. Wichtig ist jedoch, dass enthalten ist, mit wem der Vertrag geschlossen wurde. Bei der Bezahlung ist eine Anzahlung von etwa 20 Prozent üblich. Der Gesamtbetrag wird in der Regel nur fällig, wenn die Buchung sehr kurzfristig erfolgt. Sind Kontoinhaber und Vermieter nicht die gleichen Personen, ist Vorsicht angebracht. Wer mit Bezahldiensten wie beispielsweise PayPal oder per Lastschrift bezahlt, hat später zudem die Möglichkeit, notfalls eine Rücklastschrift in die Wege zu leiten.

Betrugsfall – und nun? 
Wenn sich trotz aller Vorsicht die Traumunterkunft als Luftschloss entpuppt oder der vermeintliche Vermieter sich nach einer geleisteten Anzahlung plötzlich nicht mehr meldet, raten die ARAG Experten, die Polizei zu informieren. Um solchen Betrügern auch künftig den Garaus zu machen, ist es sinnvoll, auch die Verbraucher- und Wettbewerbszentrale ins Boot zu holen.

Mehr zum Thema unter:
https://www.arag.de/service/infos-und-news/rechtstipps-und-gerichtsurteile/reise-und-freizeit/

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