Gedenken an Wilhelm Maybach: Der geniale Konstrukteur starb vor 80 Jahren

Das Auto & Technik Museum Sinsheim ehrt zur Zeit mit einer Sonderaustellung einen der großen deutschen Automobilkonstrukteure. Wilhelm Maybach der vor 80 Jahren am 19. Dezember 1929 in Bad Cannstatt gestorben ist. Seine Geburt am 9. Februar 1846 in Heilbronn stand unter keinem besonders guten Stern. Im Alter von 10 Jahren hat er bereits seine Eltern verloren und im Stuttgarter Anzeiger vom 20. März 1856 stand zu lesen:

„Bitte an edle Menschenfreunde für 5 vater- und mutterlose Knaben von 12 bis 4 Jahren. Die Mutter dieser 5 Waisen starb vor 3 Jahren, und der Vater fand kürzlich seinen Tod in einem See in Böblingen; da sie nun gar keine Mittel zu ihrer Erhaltung haben, auch an Kleidern und Weißzeug sehr entblößt sind, so ergeht daher die herzliche Bitte an wohltätige Menschen, sich der armen Kinder durch Liebesgaben annehmen zu wollen, auch die kleinste Gabe ist willkommen. Beiträge übernehmen und werden zu seiner Zeit Rechenschaft ablegen: Louise Kaufmann, verlängerte Hauptstätterstraße 77,3 Tr, Catharine Lott, im Mangold’schen Handschuhladen, Königsstraße Nr. 45.“

Eines dieser Kinder war Wilhelm Maybach. Er hatte Glück. Er fand einen Menschen der ihm weiterhalf.

Gustav Werner, Gründer und Leiter der karitativen Maschinenfabrik Bruderhaus in Reutlingen nahm ihn auf und ließ ihn im Bruderhaus zur Schule gehen. Gustav Werner war es auch, der rasch die technische Begabung Maybachs erkannte und förderte.

Gottlieb Daimler war der zweite Mann der in seinem Leben eine besondere Bedeutung erlangte. Er war zwölf Jahre älter als Maybach und technischer Vorstand im Bruderhaus Reutlingen. Ihre Freundschaft dauerte bis zum Tod Daimlers im Jahre 1900. Im Jahr 1909 gründete Wilhelm Maybach eine eigene Firma in Friedrichshafen/ Bodensee.

Graf Zeppelin, der berühmte Luftschiffkonstrukteur, beauftragte ihn mit dem Bau von Motoren. Maybachs Sohn Karl übernahm die Leitung. 1919 wandte sich Maybach dem Bau von Fahrzeugmotoren und Automobilien zu, da der Versailler Vertrag ihn zur Aufgabe der Produktion von Luftschiff- und Flugzeugmotoren gezwungen hatte.

Die Sonderausstellung „100 Jahre Maybach-Motorenbau“(bis 31. Dezember 2009) im Auto & Technik Museum Sinsheim erinnert nicht nur an den 80. Todestag des genialen Konstrukteurs, sondern auch an den 100. Gründungstag der Fa. Maybach, heute Tognum AG.

Seltene aber hochinteressante Fahrzeuge aus der Maybach Produktion sind zu sehen. Der fahrbereite Maybach DSH 6 Zylinder Baujahr 1934 der nie restauriert wurde. Von ihm sind 50 Exemplare gebaut worden. Er hat eine Luxuskarosserie und Halbautomatikschaltung. Der Maybach SW 38 ist ein zweitüriges Cabriolet mit einem 6- Zylindermotor und 140 PS. halbautomatisches Getriebe.

Hohe Leistung, geringer Verbrauch, lange Lebensdauer sowie vorzügliche Fahreigenschaften sind die Merkmale des für höchste Ansprüche gebauten Maybach SW 38.

Der SW 35 wurde 1936 an das Schweizer Postministerium als Repräsentationsfahrzeug geliefert. Ein SW 38 war im Kriege in Norwegen und wurde im Museum restauriert. Unter den anderen Fahrzeugen ist der Maybach Zeppelin zu nennen. 1930 war er das Flaggschiff der Firma und gehörte zu den aufwändigsten und anspruchsvollsten Automobilen seiner Zeit, aber auch zu den teuersten. 50 000 Reichsmark, der Gegenwert eines schönen Einfamilienhauses, musste man schon hinblättern um zum Kreis der stolzen Besitzer zu zählen. Einen Blick in die Neuzeit gibt der Maybach 57 S Baujahr 2002 und der Maybach Exelero Baujahr 2005 aus der Firma Mercedes- Benz. Der Gegenwert eines schönen Einfamilienhauses gilt immer noch.

Einen leichteren Aufstieg hatte Wilhelm Maybachs Sohn Karl, der in Köln geboren wurde und von seinem Vater die großen Fähigkeiten geerbt hatte. Vieles hat er vollendet, was sein Vater begonnen hatte. Die Ära Maybach gehört zur Revolution der Technik.

Quelle (lifePR)

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