Frauenquote allein reicht nicht

Aktuelle Studie belegt: HR-Kompetenzen in Aufsichtsräten begünstigt den Aufstieg von weiblichen Führungskräften.

Frauenquote allein reicht nicht

Titelblatt der Studie „Talent Management-Kompetenz in Aufsichtsräten“

BONN 19. Juni 2020. Je höher die ausgewiesene Personalkompetenz in einem Aufsichtsrat ist, desto größer ist der Frauenanteil auch im Vorstand eines Unternehmens. Das ist das wesentliche Ergebnis der Studie TALENT MANAGEMENT-KOMPETENZ IN AUFSICHTSRÄTEN, die jetzt vom Bonner Diplompsychologen Harald Ackerschott vorgelegt wurde. Im Fokus dabei: Die Unternehmen der wichtigen Indizes DAX30, MDAX und SDAX.
Die Studie ging der Frage nach, warum der Anteil von Frauen in den Vorständen deutscher Top-Unternehmen nur sehr langsam zunimmt. Und dass, obwohl viele Aufsichtsräte dieser Unternehmen einer gesetzlich vorgegebenen Quote unterliegen, die bereits den Anteil weiblicher Mandatsträgerinnen festschreibt. Doch es gibt hier offensichtlich keinen Automatismus. Vorstände und Topmanagement werden nicht allein durch die Quote für Aufsichtsräte weiblicher. Die Gründe dafür untersuchte jetzt die Studie.
Die Ergebnisse lassen eine Kompetenzlücke in deutschen Aufsichtsräten erkennen. Sie betrifft die Qualifikation für Personalentscheidungen bei Vorstandsbesetzungen und die Beurteilung von Maßnahmen des Personalmanagements insgesamt. Das zumindest ergibt sich aus der Sichtung der veröffentlichten Lebensläufe der MandatsträgerInnen der betrachteten Unternehmen. Auf deren Finanz- und Kapitalmarktexpertise wird gerne und ausführlich hingewiesen. HR-Kompetenzen sind dagegen vielfach unterrepräsentiert. „Ohne fachlich fundierte Personalkompetenz aber lassen sich vorhandene Entwicklungspotenziale auf Seiten geeigneter Kandidatinnen nicht erkennen“, so Studienleiter Harald Ackerschott.
Diese Kompetenz aber braucht es angesichts vornehmlich männlich dominierter Kandidatenpools. Und sie braucht es auch, um zu erkennen, ob interne Maßnahmen des Talent Managements geeignet und ausreichend sind, die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten. Harald Ackerschott: „Die Besetzung von Vorstandspositionen mit Frauen ist und bleibt eine große Herausforderung für die Unternehmen. Aber es ist ja nicht die einzige. In den Aufsichtsräten werden die wichtigen Personalentscheidungen getroffen. Aber nicht überall scheint es die dafür notwendige Expertise zu geben. “
Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

ACKERSCHOTT AND ASSOCIATES
Der Diplompsychologe Harald Ackerschott ist Architekt des psychometrischen Assessmentsystems abci. Er forscht und publiziert seit mehr als 30 Jahren zu den Themen Auswahl, Chancengleichheit und Candidate Experience. Genauso lange unterstützt er Unternehmen und Organisationen des öffentlichen Sektors bei der Personalauswahl und der Entwicklung von Potenzialen.

Harald Ackerschott ist Obmann des DIN-Arbeitsausschusses zum Personalmanagement und einer der Initiatoren der DIN 33430 zu Personalauswahl und Eignungsdiagnostik.

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