Eine zündende Idee rettete vor dem Ruin

Vertreter schwatzte einer Dorfhelferin 60000 Schachteln Zündhölzer auf

„Was soll ich mit 60.000 Schachteln Streichhölzer?“ Als im Dezember 2005 der Lastwagen mit den Paketen voller Zündhölzer vor der Tür von Elisabeth Theresia Sailer hält, ist sie verzweifelt. Ein skrupelloser Vertreter hatte sie übers Ohr gehauen. Der Betrug stürzte die selbständige Dorfhelferin in 18.500 Euro Schulden und eine schwere Krise. Doch dann wurde sie kreativ

Elisabeth Theresia Sailer interessiert sich für Streichhölzer. „Als Nichtraucherin ärgert es mich, dass ich nicht weiß, wo ich die abgebrannten Hölzchen lassen soll. Deshalb dachte ich über eine Lösung nach.“ Ihre Idee: Es müsste eine Doppelschachtel geben. Das obere Fach für frische Hölzchen, das untere für abgebrannte. Deshalb bittet sie den Vertreter der Streichholzfirma hinein. „Was kosten Streichhölzer?“ Elisabeth Theresia Sailer möchte ein Angebot über Schachteln in Dreiecksform, Schachteln als Quader und flache Schachteln. Eifrig füllt der Vertreter drei Formulare aus. Er ist redegewandt, zeigt sich sympathisch. Nach einer Weile schiebt er die Zettel Elisabeth Theresia Sailer zu, fordert sie auf, zu unterschreiben. Schnell packt er dann ein und sagt zum Abschied: „Die Auftragsbestätigungen kommen morgen.“ Elisabeth Theresia Sailer protestiert: „Aufträge?! Ich will ein Angebot!“

Der Vertreter zuckt mit den Schultern: „Die Kosten für den Rechtsanwalt können Sie sich sparen, da haben Sie nur noch zusätzliche Kosten. Unternehmer haben kein Rücktrittsrecht.“ Kaum ist er aus der Tür, liest die Dorfhelferin richtig. Was sie für ein Angebot hielt, sind drei Verträge je 20.000 Zündholzschachteln! Sofort ruft sie einen Anwalt an. Seine Antwort ist ein Schock: „Als selbstständige Dorfhelferin können Sie die Verträge nicht rückgängig machen.“ Nächte der Hilflosigkeit, Angst und Verzweiflung folgen. Die Wut wächst und Elisabeth Theresia Sailer beschließt: „Das lasse ich mir nicht gefallen!“ Schnell lernt sie andere Opfer kennen: Eine Metzgermeisterin, einen Elektriker, eine Blumenfrau. Als sie ihre Geschichten der Stadt-Zeitung erzählen, melden sich Zündholzopfer aus der ganzen Bundesrepublik. Unterdessen bastelt Elisabeth Theresia Sailer aus den Schachteln Häuschen. „Mini-Immobilien“, die sie Ende 2006 dem Verein „Silberstreifen e.V.“ anbietet. Der Verein unterstützt neurologisch kranke Kinder. In den nächsten Wochen entstehen 20 000 Häuschen, die für 1 Euro verkauft werden. Elisabeth Theresia Sailer bekommt davon ihr Geld für die Schachteln. Der Rest wird für den Verein gespendet: 6000 Euro! Die Aktion macht Mut. Sie malt Bilder für die Schachteln, entwickelt Hölzchenspiele. Irgendwann fällt ihr das Wort „Liebesentzündung“ ein. Es wird ein kleines Geschenktäschchen mit einer Herzkerze, einer liebevoll beklebten Streichholzschachtel und einem „Liebesspiel“. Damit geht Elisabeth Theresia Sailer in München auf die Messe „Trendset“, verteilt sie dort an Aussteller. Wenige Tage meldet sich eine Wachswarenfirma. „Wir möchten 1000 Täschchen!“ Der Beginn eines Erfolgs. Unterdessen hat Elisabeth Theresia Sailer drei Zündhölzchen-Täschchen im Angebot.

Durch die Solidarität der Betroffenen konnten viele Opfer ihre Prozesse gewinnen. Mehrere der „netten“ Vertreter sind inzwischen wegen Betruges verurteilt worden.

Die Zündhölzchen-Geschenk-Sets : „Kaffeezeit“ und „Liebesentzündung“ gibt es jetzt auf KLICK-Germany

Quelle lifePR

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