Autoversicherer kommen Frühstartern entgegen

Begleitetes Fahren senkt die Versicherungstarife

Durchbruch für junge Führerscheinnovizen: Erstmals sollen sie von Autoversicherern auf breiter Front spürbare Nachlässe bei den Versicherungsprämien eingeräumt bekommen. Voraussetzung dafür ist, dass sie schon im Alter von 17 Jahren den Führerschein erwerben und von einem Erwachsenen begleitet das Autofahren erlernen. Denn diese Fahranfänger (BF 17-Fahrer) verursachen nachweislich weniger Unfälle, wie der ACE Auto Club Europa unter Berufung auf neue und noch nicht veröffentlichte Erhebungen des Bundesverkehrsministeriums am Dienstag in Stuttgart berichtete. Ende Januar will sich laut ACE auch der 48. Deutsche Verkehrsgerichtstag in Goslar mit der Bilanz von Maßnahmen zur Minderung von Unfallrisiken junger Fahranfänger befassen.

Der „begleitete Führerschein mit 17“ ist ein voller Erfolg. Das bestätigt die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) auf Anfrage der Zeitschrift ACE LENKRAD (1/2010). So ist die Unfallbeteiligung der „Frühstarter“ um 30 Prozent geringer und im Vergleich zu jungen Fahrern, die ganz normal mit 18 ihren Führerschein machen, fallen die „begleiteten Fahrer“ bei der Polizei viel weniger unangenehm auf. Ihre Deliktbeteiligung ist um 20 Prozent geringer, wie Studien des Bundesverkehrsministeriums und des Verkehrsministeriums in Niedersachsen ergaben. „Dieser Trend hält an“, sagt Georg Willms-Lenz, zuständiger Projektleiter bei der BASt, dem ACE. Das gehe aus aktuellen, noch nicht veröffentlichten Erhebungen hervor, die das Bundesverkehrsministerium beauftragt habe.

Ähnlich wird die Entwicklung unterdessen auch von namhaften Versicherungsunternehmen eingeschätzt. Das Kostenrisiko sei bei der Gruppe der begleiteten Fahranfänger um rund 10 Prozent geringer als das von herkömmlichen Fahranfängern, wird ein Versicherungsexperte vom ACE zitiert. Erste Daten für alle Kraftfahrzeug-Versicherer bereitet derzeit der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vor. Dem Trend zufolge dürften die Nachlässe, die die Versicherer schon heute für die jungen Fahrer geben, auf statistisch sicheren Füßen stehen. Schon jetzt reagieren einzelne Anbieter, berichtet der Club.

Ganz wichtig: Eltern und Führerscheinneulinge müssen den Versicherer immer auf die Teilnahme am begleitenden Fahren hinweisen, andernfalls bleiben die verbesserten Konditionen unberücksichtigt.

ACE will für frühen Führerscheinerwerb weiter trommeln

Die neuen Rabatte der Versicherer dürften die Nachfrage nach einem begleitenden Führerschein mit 17 zusätzlich forcieren, vermutet der ACE. Immerhin entschieden sich 2007 bundesweit schon 269.000 Anfänger für den früheren Einstieg. 2008 waren es sogar schon rund 360.000 junge Fahrer. Ein sattes Plus von mehr als 90.000. Damit entscheiden sich schon fast 37 Prozent aller Anfänger für den Führerschein mit 17. Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es schon. Der frühe Führerschein wird überproportional häufig von Kindern aus der Mittelschicht absolviert. „Damit unterscheidet er sich aber soziodemografisch kaum von dem Führerschein mit 18“, sagt BASt-Experte Willms-Lenz. Früh würden in aller Regel diejenigen Führerscheine machen, die von Zuhause aus finanziell unterstützt würden. Somit wächst hier möglicherweise eine neue Problemgruppe heran: Die jungen Fahrer, die ohne Begleitung erst mit 20 oder noch später in den Verkehr einsteigen. Noch gelten junge Fahrer allgemein als die am stärksten gefährdeten im Straßenverkehr. Junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren haben laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat im Vergleich zu allen Altersgruppen immer noch ein doppelt so hohes Risiko, tödlich zu verunglücken.

Der ACE engagierte sich von Anfang an für das Modellprojekt, das im Jahr 2004 in Niedersachsen startete: das begleitete Fahren (BF 17). Teilnehmer konnten bereits mit 17 ihre Führerscheinprüfung absolvieren, durften dann allerdings bis zum 18. Geburtstag nur in Begleitung eines Beifahrers – der selbst routinierter Fahrer sein muss – am Steuer Platz nehmen. Der Autoclub erkannte frühzeitig das Potential, das in dieser innerfamiliären Verkehrserziehung steckt, um die Unfallraten von Fahranfängern zu senken. Und deswegen suchte der ACE von Beginn an den Dialog mit Skeptikern und Gegnern des Modellversuchs, um wichtige Überzeugungsarbeit zu leisten. Erfolgreich, wie sich zuletzt in Baden-Württemberg zeigte, wo die Landesregierung erst nach langem Zögern Anfang 2008 grünes Licht für die neue Verkehrspädagogik gegeben hatte. Der ACE will aus Gründen der Unfallverhütung weiter für einen frühen Erwerb des Führerscheins trommeln.

Info-Grafik:
http://www.ace-online.de/fileadmin/user_uploads/Der_Club/Bilder/Presse/Verkehr/Sicherheit/01.2010_begleitetes_Fahren.pdf

Ausführlicher Artikel im ACE LENKRAD 01/2010:
http://www.ace-online.de/ace-lenkrad/verkehr-und-umwelt/versicherer-belohnen-die-fruehstarter-450.html

1965 gegründet, liegt der ACE im Preis-Leistungsverhältnis heute an der Spitze aller Anbieter von Schutzbriefleistungen.
Er ist zudem der bislang einzige TÜV-zertifizierte Autoclub in Deutschland.
Heute zählt der ACE bereits rund 550.000 Mitglieder; einschließlich sämtlicher Familienmitgliedschaften können zusammen genommen mehr als 1,2 Millionen Menschen auf die Hilfe des Clubs zählen.
Europaweit gesteuert und logistisch betreut werden die Hilfseinsätze von der Stuttgarter Clubzentrale aus.

Der ACE Auto Club Europa ist Mitglied im Verbund Europäischer Automobilclubs (EAC),
http://www.eac-web.eu
ACE Auto Club Europa
Rainer Hillgärtner
Schmidener Str. 227
70374
Stuttgart
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